Die ersten Momente mit Ihrem Baby
Wenn es geschafft ist, wird Ihnen die Hebamme Ihr Kind auf den Bauch oder auf die Brust legen. Trotz der neuen, ungewohnten Umgebung fühlt es sich hier wohl. Denn Ihr Baby spürt Ihre Wärme, riecht Ihre Haut und hört den vertrauten Herzschlag. Am besten liegt es direkt auf Ihrer nackten Haut und an Ihre Brust. So kann es das Saugen schon mal ein bisschen probieren.
In fast allen Kliniken lässt man frischgebackenen Mamis heute die Zeit, den großen Moment in Ruhe zu genießen, zärtlich mit dem Baby zu reden und zu beobachten, wie es sie mit aufmerksamen Blicken "erforscht". Mutterglück, Stolz und Freude werden sich aber vermutlich erst ein wenig später einstellen. Denn normalerweise liegen Stunden großer Anstrengung hinter Ihnen und Sie werden zu erschöpft sein, um überglücklich auf Wolke 7 aus dem Kreißsaal zu schweben.
Zumal sich nicht immer direkt eine innige Mutter-Kind-Beziehung einstellt. Vertrautheit, Liebe und Nähe brauchen manchmal ein Weilchen, um sich zu entwickeln - das ist ganz normal. Nicht zuletzt darum bieten sehr viele Krankenhäuser mittlerweile das Rooming-in an. Dabei liegt Ihr Baby in seinem Bettchen gleich bei Ihnen im Zimmer und Sie können es versorgen und ihm beim Schlafen zusehen.
So entsteht rasch und ganz von alleine eine tiefe Bindung. Unsicherheit über die neue Verantwortung im Umgang mit diesem hilflosen Wesen verschwindet, wenn Sie einfach Ihrem Instinkt folgen: Vertrauen Sie darauf, denn es gibt eigentlich kaum etwas, was junge Mütter mit gesundem Menschenverstand wirklich falsch machen können. Hinzu kommt, dass Ihnen die Hebamme weiterhin mit Rat und Tat zur Seite steht.
Im Krankenhaus wird übrigens alles dafür getan, dass Sie stillen können. Denn Muttermilch ist das Beste für Ihr Baby. Machen Sie sich keine Sorgen, wenn es mit dem Stillen nicht auf Anhieb klappt bzw. Ihr Baby in den ersten Tagen etwas Gewicht verliert. Schließlich muss es sich an die neue Form der Nahrungsaufnahme auch erst gewöhnen. Um diese kleine "Durststrecke" hinter sich zu bringen, hat Ihr Kleines zudem bereits im Mutterleib entsprechende Reserven angelegt.
Was Ihr Partner jetzt tun kann
Während sich die frischgebackene Mutter von den Anstrengungen der Geburt erholt, hat heute oft der Partner seinen ersten Auftritt als Vater: Das Neugeborene halten, baden und danach erstmals anziehen zu dürfen, das sind auch für harte Männer einzigartige Erfahrungen.
Doch nicht nur beim Baby, auch in anderer Hinsicht ist seine Unterstützung jetzt nötig. Das beginnt schon damit, die Besuche von begeisterten Verwandten und Freunden ein bisschen zu steuern, damit Mutter und Kind nicht überfordert werden. Zudem sind gerade in den ersten Tagen zu Hause von ihm Geduld und zärtliche Fürsorge gefragt. Denn es ist nicht nur eine körperliche Umstellung von Schwangerschaft auf Mutter, sondern auch ein seelische Veränderung. Dazu kommt, dass sich der Hormonhaushalt wieder auf "nicht schwanger" umstellt. Das ist nicht immer ganz einfach. So erleben manche jungen Mütter statt Glücksgefühlen ein emotionales Tief - den so genannten Babyblues.
Aber auch wenn das Stimmungsbarometer von Anfang an auf freundlich steht: Es dauert ein Weilchen, bis sich der Tagesablauf mit Baby und das Familienleben eingespielt haben.
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