Nicht jeder Sport ist jetzt der richtige
Gerade, wenn es im Rücken zwickt oder die Beine schwer werden: Bewegung tut gut, auch während der Schwangerschaft. Nicht jeder Frau reicht es in dieser Zeit aus, in ruhigem Tempo spazieren zu gehen. Viele Schwangere möchten gerne ihren gewohnten Sport so lange wie möglich ausüben.
Manche Sportarten sind jetzt jedoch ungeeignet, weil sie eine Fehl- oder Frühgeburt verursachen könnten. Dazu gehören solche, bei denen starke Erschütterungen oder Stürze drohen, wie Reiten, Skilaufen, Schlittschuhfahren, Inlineskaten, aber auch Motorradtouren oder heftiges Springen. Andere sind mit zu extremen Streckbewegungen verbunden, so zum Beispiel Surfen, Volleyball und Geräteturnen. Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob Ihr Lieblingssport Ihnen oder dem Baby nun schaden könnte, sprechen Sie einfach mit Ihrem Arzt darüber.
Joggen - in verkürzten Runden - geht noch eine Weile problemlos, belastet jedoch in den letzten Monaten die Gelenke zu stark. Besser ist Walking, strammes, sportliches Gehen. Aber bitte alles ohne Leistungsdruck und mit vielen eingestreuten Pausen. Denn schon die Schwangerschaft selbst bedeutet ja eine gigantische Leistung für Ihren Organismus. Deshalb sollten Sie sich kein weiteres Kraftpensum zumuten, sondern in erster Linie ans Wohlfühlen denken. Kopfschmerzen, Muskelkater, Schwindelanfälle und Atemnot: Solche massiven Alarmsignale dürfen sich nicht einstellen. Denn geht der Mutter die Luft aus, wird sie auch dem Baby knapp.
Auch mit Bauch müssen Sie nicht auf Sport verzichten.
Gymnastik bekommt schwangeren Frauen ausgezeichnet, sie trainiert die Bauchmuskulatur, hält die Wirbelsäule biegsam und kräftigt die Beine, die jetzt entschieden mehr tragen müssen als normal. Sagen Sie der Kursleiterin Bescheid, denn manche Übungen sind für Schwangere besser geeignet als andere.
Ideal ist auch Bewegung an der frischen Luft. Empfehlenswert sind deshalb Wandern, auch Bergwandern (bis in Höhen von 2000 Metern) oder Radfahren, am besten auf einem breiten, gemütlichen Damen-sattel. Aber nicht gerade über Stock und Stein und immer in Maßen.
Die optimale Bewegungsform - auch noch mit kugelrundem Bauch - ist Schwimmen: Der Auftrieb im Wasser entlastet vom ungewohnten Gewicht, Rückgrat und Beine können wunderbar entspannen. Eine Wohltat bei Kreuzschmerzen und Venenbeschwerden. Schwimmen verbessert außerdem die Durchblutung und kurbelt den Kreislauf an. Manche Schwimmbäder bieten sogar eigene Termine, bei denen Schwangere unter sich sein können.
Noch mehr Informationen zu diesem Thema erhalten Sie von Ihrer Hebamme, bei der Sie den Geburtsvorbereitungskurs besuchen. Ihr fallen vielleicht auch interessate Alternativen ein, wenn der gewohnte Sprot für Sie nun nicht geeignet ist. Warum nicht während der Schwangerschaft etwas Neues ausprobieren, z. B. ein sanftes Yoga?